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Pressemitteilung von David Bedein zum NZZ Interview mit Philippe Lazzarini am 03.07.2021

Am 3. Juli 2021 gab UNRWA Generalkommissar Philippe Lazzarini, ein Schweizer Staatsbürger,
ein Interview für die Neue Zürcher Zeitung.

https://www.nzz.ch/international/interview-philippe-lazzarini-unrwa-zu-gaza-ld.1632759?reduced=true.

In diesem Interview behauptet Lazzarini, dass Gaza einer vierzehn jährigen Blockade unterliege.
Da UNRWA-Flüchtlingslager 82% der Gaza-Bevölkerung versorgen, müsste Lazzarini wissen,
dass, obwohl der Zugang über das Meer seit der Hamas-Übernahme tatsächlich eingeschränkt
ist, der Gazastreifen zu keiner Zeit komplett abgeriegelt war.
Für humanitäre Hilfe und Handel stehen die Übergänge offen: Rafah in Richtung Ägypten,
zusammen mit Kerem-Shalom und der Erez-Kreuzung in Richtung Israel.
Warum behauptet Lazzarini dann, dass eine Blockade des Gazastreifens in Kraft sei?
Repräsentiert Lazzarini ein UN-Hilfswerk oder eine Organisation, deren Ziel es ist, Israel zu
denunzieren?


In dem NZZ- Interview präsentiert Lazzarini die Situation folgendermaßen und verzerrt sie dabei
auf unrealistischer Weise ins Dramatische mit u.a. dieser Aussage: „Die Blockade verhindert den
Personen- und Warenverkehr und damit den Wiederaufbau, aber auch wirtschaftliches
Wachstum und eine Perspektive für die lokale Bevölkerung.“
In Anlehnung an Lazzarinis tendenziöse Aussage zu den (von ihm als Blockade bezeichneten)
Marinebeschränkungen macht der UN-Kommissar diese dafür verantwortlich, dass die
Menschen in Gaza nicht von einem normalen Leben träumen können. Dabei vermeidet
Lazzarini jeden Kommentar zur UNRWA-Politik. Diese verhindert tatsächlich ein normales

Leben, indem sie die mittlerweile 1,7 Millionen Nachkommen arabischer Flüchtlinge des Krieges
von 1948 in elf arabischen Flüchtlingslagern in Gaza hält – in andauernder Demütigung. Die
einzige Option für eine Zukunft außerhalb UNRWAs ist für sie die Rückkehr in arabische Dörfer,
die vor 1948 existierten.
Die unzutreffendste Schlussfolgerung ist jedoch das Lob von Lazzarini für die UNRWA-Schulen
als „wichtiges Gegenmittel gegen die anhaltende Gewalt und den verbreiteten Hass […]“.
Bemerkenswert ist, dass Lazzarini niemals das aktuelle Curriculum der UNRWA-Schulen
gesehen hat.
Dieses Curriculum unterstützt explizit die Dehumanisierung und Delegitimierung einer jeden
jüdischen Präsenz im Staat Israel. UNRWA-Texte unterstützen den bewaffneten Kampf gegen
jüdische Souveränität überall, wo sie existiert.
Lazzarini versäumte es, die Tatsache zu benennen, dass – obwohl Israel Mitglied der Vereinten
Nationen ist – UNRWA nur Landkarten zeigt, die Israel nicht abbilden. Des Weiteren sind alle
jüdischen Städte ausgelöscht und mit arabischen Namen ersetzt.
Da Lazzarini behauptet, die UNRWA-Bildung sei ein Gegenmittel zur Gewalt: Wie kann UNRWA
das vierte Jahr in Folge ein Lehrbuch veröffentlichen, welches Dalal Al-Mughrabi verherrlicht,
die 1978 bei einem Busattentat 38 Zivilisten ermordete?

In den letzten vier Jahren haben Journalisten, Diplomaten und gewählte Beamte der UNRWA-
Geberländer Lazzarini gefragt, weshalb UNRWA dieses Buch nicht entfernt. Der UNRWA-Chef

hingegen weigert sich, dies zu tun.
Lazzarini erwähnt, dass die Schüler über Menschenrechte unterrichtet werden.
Das Bedein Center for Near East Policy Research hat die 11 Schulbücher über Menschenrechte,
die UNRWA-Schülern bereitgestellt werden, erhalten und diese untersucht.
Es stellte sich heraus, dass diese UNRWA-Schulbücher keinerlei Menschenrechte den Personen
zuspricht, die nicht palästinensische Muslime sind.

Juden, Christen, Israelis existieren nicht in der Definition der Menschenrechte, die den UNRWA-
Schulkindern beigebracht wird.

Was die Hamas betrifft, so bestreitet UNRWA, dass ihre Angestellten Mitglieder der Hamas
sind.

Wieso also erlaubt UNRWA, dass Wahlen für den UNRWA- Lehrerverband und die UNRWA-
Gewerkschaften stattfinden, bei der eine Liste von Kandidaten bereitgestellt wird, welche sich

offen mit der Hamas identifizieren und bei diesen Wahlen antreten?

Warum erlaubt es UNRWA der Hamas, ihre Kinder für ein Waffentrainingscamp zu registrieren?
Was hat UNRWA unternommen, um Inspektionen der UNRWA-Einrichtungen durchzuführen,

damit sichergestellt werden kann, dass UNRWA-Schulen und die Kellergeschosse der UNRWA-
Schulen frei von Waffen sind?

Während Lazzarini versichert, dass Zement nur für UNRWA-Projekte verwendet wird, wurde
nicht erwähnt, dass von der UNRWA importierter Zement für Terrortunnel unterhalb der
UNRWA-Schulen verwendet wird.
Da Lazzarini die Trump-Regierung für ihre Einstellung der UNRWA-Zahlungen angreift, bleibt
folgende Frage offen:
Die Biden-Regierung stellte sicher, dass ihre Finanzierung UNRWA nur zugeteilt wird, wenn
UNRWA deutliche Reformen umsetzt.

Wird Lazzarini nun auch die neue UNRWA-Politik Bidens anprangern, welche die UNRWA-
Reform als Bedingung für die Erneuerung der US-Finanzierung des UN-Hilfswerkes fordert?

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