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Artikel

UNRWA-Flüchtlingslager Shuafat

Hintergrund und Daten

Das Flüchtlingslager Shuafat liegt nur wenige hundert Meter vom Viertel French-Hill, der Hebräischen Universität und dem Viertel Pisgat Ze’ev entfernt. De facto ist dies ein extraterritoriales Gebiet, das früher von der Fatah kontrolliert wurde und jetzt von der Hamas kontrolliert wird. 

Heute ist das Camp zu einem der am dichtesten bevölkerten Viertel Jerusalems geworden. Das Flüchtlingslager selbst hat etwa 20.000 Einwohner. Das Kerngebiet des Flüchtlingslagers beherbergt weitere 40.000 Menschen; insgesamt leben dort etwa 60.000 Menschen. Nach verschiedenen Schätzungen haben etwa 20.000 Menschen den Flüchtlingsstatus. 70% der Bewohner des Flüchtlingslagers arbeiten in Jerusalem und Israel.  Damit erhalten sie  Rechte, wie etwa Sozialversicherungszahlungen und Rente, die jedem Arbeitnehmer zustehen. 

Der Status der Bewohner, die in UNRWA-Flüchtlingslagern versorgt werden

Die Bewohner des Flüchtlingslagers Shuafat erhalten alle “Flüchtlingsrechte” nach Definition und Leistungen der UNRWA. Eine UNRWA-Klinik ist bspw. relativ modern und befindet sich in einem Neubau, in dem die UNRWA kostenlose medizinische Dienste für die Flüchtlinge anbietet. 

Ein weiteres Beispiel ist das Bildungssystem. Neben dem Schulsystem der Gemeinde Jerusalem gibt es drei UNRWA-Schulen. Die Lehrer selbst sind als Flüchtlinge registriert. Sie unterrichten ohne israelische Aufsicht. Auch im non-formalen Bildungssystem spielt die UNRWA eine bedeutende Rolle – etwa bei der Organisation ihrer Jugendclubs. 

Darüber hinaus profitieren die Bewohner, wie in jedem Flüchtlingslager, auch von den Aktivitäten der NGOs, die bei UNRWA tätig sind. Dies sind hauptsächlich europäische Organisationen, die informelle Aktivitäten durchführen, hauptsächlich jedoch die Jugendclubs organisieren. Diese werden ebenfalls ohne Überwachung der Inhalte, die von europäischen Volontären übermittelt werden, durchgeführt. 

Die Zustände des Flüchtlingslagers

Seit dem Bau der „Jerusalem Envelope“ – Mauer im Jahr 2003, bei der das Flüchtlingslager außerhalb der Mauer gelassen wurde, gibt es keine israelische Kontrolle über den Ort. Illegale Bautätigkeiten sind weit verbreitet, Hochhäuser wurden gebaut, einige ohne genehmigtes technisches Design und Kriminalität ist weit verbreitet. Hinsichtlich sanitärer Anlagen ist die Situation so, dass es in jeder Ecke Schmutz und Dreck gibt – sogar Ratten sind oft zu sehen. Das Abwassersystem ist verrottet und fließt im Wadi zwischen dem Flüchtlingslager und dem Viertel Pisgat Ze’ev, was für einen starken Gestank in der Gegend sorgt. Das Lager wurde zum Niemandsland. Inmitten dieses großen Chaos übernahmen extremistische islamische Organisationen, insbesondere die Hamas, Kontrolle über das Lager. 

Die Infrastruktur ist zudem sehr veraltet. Es gibt kein Straßennetz und in den meisten Häusern wurde der Strom aus dem Stromnetz der “East Jerusalem Electric Company” gestohlen (ein Sprecher des Unternehmens beschwerte sich vor einigen Monaten und berichtete, dass sich der durch Diebstahl verursachte Schaden für das Unternehmen auf ca. 100 Millionen NIS beläuft). 

Die Bewohner des Lagers zahlen auch nicht für das Wasser. Die Wassergesellschaft weigerte sich, die Fragen des Verfassers dieses Berichts zu beantworten und zu erklären, warum für die Nutzung des Wassers durch die Lagerbewohner kein Geld berechnet wird. Offiziell sind nur 350 Wasserverbraucher aus dem Flüchtlingslager bei dieser Wassergesellschaft registriert – tatsächlich aber werden praktisch kostenlos weitaus mehr Haushalte mit Wasser versorgt. 

Kontrolle des Lagers

In der Praxis wird das Lager von einem Komitee aus Vertretern von PLO-Organisationen geleitet, das von der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah ein Budget und Handlungsanweisungen erhält. Das Camp hat die Aktivitäten jeder der PLO-Organisationen. Im Jahr 2017 filmte das Recherche-Center des Investigativjournalisten David Bedein das Flüchtlingslager, in dem Hamas-Mitglieder mit Kalaschnikow-Gewehren vor einer jubelnden Menge auftauchen. Fatah-Vertreter – darunter ein Mitglied des palästinensischen Legislativrats und Mitglied der Fatah – wurden von Bedeins Team ebenfalls fotografiert. 

Der Terrorist, der das UNRWA-Flüchtlingslager verließ

Am Sonntag, 21. November 2021 eröffnete der Terrorist Fadi Abu Shahidam, ein Bewohner des Flüchtlingslagers Shuafat und unter der Aufsicht der UNRWA, in der Altstadt von Jerusalem (nahe dem Chain-Gate) ein tödliches Feuer. Zwei weitere Juden wurden schwer verletzt. Ein Artikel von Dalit Halevi von ‘Channel 7’ berichtete, dass “laut einem Bericht auf der Hamas-Website Abu Shahidam einer der Hamas-Führer in Shuafat war”. 

Der Artikel berichtete auch, dass in seiner Nachbarschaft im Lager Shuafat eine Massenkundgebung zur Unterstützung des Terroristen abgehalten wurde, an der Hamas-Anhänger teilnahmen. “Während eines Gebetsgottesdienstes zum Gedenken an den Terroristen, wurden Hamas-Fahnen gehisst und Unterstützungsrufe für die Hamas, die al-Qassam-Brigaden – dem militärisch-terroristischen Arm der Hamas – sowie für Muhammad Deif, dem Kommandeur der al-Qassam-Brigaden, gehört.“ 

Zudem hörte man auch Unterstützungsrufe für den Terroristen Abu Shahidam, der Lehrer und Erzieher im Bereich der islamischen Kultur an der Al-Rashidia-Schule in Jerusalem war. Diese Schule steht eigentlich unter der Aufsicht des Staates Israel und der Stadt Jerusalem, obwohl “der Terrorist Abu Shahidam bereits zuvor wegen Sicherheitsvergehen eine Haftstrafe verbüßt hatte”.

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